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Wie wird das PR-Jahr 2009?
OBSERVER befragte eine Reihe von heimischen PR-Profis,
was sie vom PR-Jahr 2009 erwarten: Wird 2009 auch aus PR-Sicht
ein annus horribilis? Wie werden sich die PR-Budgets entwickeln?
Wie wird sich das schwierige Wirtschaftsjahr auf die PR-Agenturbranche
in Österreich auswirken? Darf sich die PR-Branche Hoffnungen
machen, dass Budgets von der Werbung in Richtung PR umgeschichtet
werden?
„Generell rechnen viele, dass sich der Rückgang
des wirtschaftlichen Wachstums auch auf die Branche durchschlagen
könnte“, meinte PRVA-Präsident Martin Bredl
(Telekom Austria) in einem Statement und fügte hinzu:
„Es gibt aber durchaus auch PR-Experten, die in einem
wirtschaftlich schwierigen Umfeld Chancen sehen.
Konsolidierung des Marktes
Peter Sitte, geschäftsführender Gesellschafter
der PR-Agentur com_unit, rechnet 2009 „mit einer Konsolidierung
des Marktes“. Das tue „einer Branche wie der
unseren immer wieder mal gut“, fügt Sitte hinzu:
„Die Konjunkturprognosen sind düster. Erste Unternehmen
kürzen bereits ihre PR-Budgets. In manchen Bereichen
sparen die Kunden, in anderen steigt die Nachfrage“,
sieht Sitte aber nicht nur Schatten: „Bei Corporate
Communications, Strategieberatung und Public Affairs erwarte
ich mir eine erhöhte Nachfrage.“ Insgesamt geht
Sitte davon aus, „dass 2009 schwierig wird. Die Karten
werden neu gemischt. Schwierige Zeiten bedeuten auch, dass
sich die Spreu vom Weizen trennt. PR-Einzelkämpfer
werden in den Markt drängen. Erfolgreiche Agenturen
müssen und werden sich von Allerweltsangeboten abheben.
Sie kennen die wirklichen Bedürfnisse der Kunden, sind
kreativ, denken unternehmerisch.“ Die Talsohle ist
aus Sittes Sicht erreicht – nun geht es aufwärts:
„Das 9/11 der Finanzkommunikation hat bereits stattgefunden.
Jetzt brauchen wir einen Reputationsaufbau. Seriöse,
wertorientierte und strategisch weitblickende PR-Profis
sind jetzt gefragt. Moderne Public Relations-Programme können
jetzt auch für gute Stimmung sorgen.“ Auch in
eigener Sache: „Die Kommunikationswirtschaft könnte
gerade jetzt eine Kampagne starten, um Mut zu machen, nicht
zu Jammern, sondern in der Krise auch eine Chance sehen“,
schlägt Sitte vor.
Kein Wachstum, aber Stabilität
Aus der Sicht von Sabrina Pelz, PR-Unitleiterin bei der
Agentur TBWA/Wien ist „2009 ohne Zweifel international
ein schwieriges Jahr.“ 2009 werde ein Jahr der Trendwende:
„Jene Agenturen, die im großen Stil die immer
gleichen klassischen Werkzeuge in der PR einsetzen und Kunden
einzig mit einer wechselnden Anzahl von Presseaussendungen
oder -veranstaltungen beraten haben, werden sicherlich schwere
Zeiten haben.“ Neue Themenbereiche und neue Medienkanäle
werden hingegen wichtiger und auf ebendiese muss die Branche
endlich reagieren, meint Pelz. Was die Budgets betrifft,
spüre man bei internationalen Kunden große Zurückhaltung,
bedingt durch globale Vorgaben zum Cost cutting, bei lokalen
Partnern vermisst man Pelz zufolge noch „den Enthusiasmus,
freiwerdende Räume mit positiven Nachrichten aufzufüllen“.
Mehr unter: http://www.observer.at/letter/letter40/story_607.html
29. Jänner 2009
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