Barack Obama. Yes, we can.
Ja, ich gebe es zu. Auch ich verbrachte die Nacht
begeistert vor dem Fernseher.
Die (internationale) Medienwelt ist begeistert vom neuen
US-Präsidenten... Ich bin es auch. Das österreichische
Wirtschaftsblatt schreibt „ Obamas Sieg ist ein
gutes Omen für die Börse. Mit Barack Obama im
weißen Haus sind die Chancen für Kursgewinne
an der Wall Street statistisch gesehen höher, als sie
es bei einem Wahlsieg des Republikaners McCain gewesen wären.
Und Die Presse bringt eine Reportage unter dem
Titel „Als Obama Geschichte schrieb. Dieser Dienstagabend,
22 Uhr, an dem die USA den ersten schwarzen Präsidenten
in ihrer 232-jährigen Geschichte wählte, ist ein
solcher Moment.
„Yes, we can Freunde sein", titelt die deutsche
Bild-Zeitung. Obama sei cool, fit, ehrlich, habe
ein Saubermann-Image und komme aus Hawai - wo man lerne,
alles ein bisschen gelassener zu sehen.
Aus Sicht der Washington Post erbt Obama „Probleme
von historischem Ausmaß". Seit Franklin D. Roosevelt
1933 als neuer Präsident antrat, habe kein Präsident
so große Herausforderungen meistern müssen wie
Obama heute. Die Wirtschaft im eigenen Land muss belebt
werden, eine neue Gesundheits- und Bildungspolitik starten,
die ausufernden Finanzmärkte in Griff bekommen, die
Energiepolitik neu ausrichtenden, den Irak-Krieg beenden
und die Taliban in Afghanistan bekämpfen.
Das Wall Street Journal meinte: „Obamas
Messianismus könnte ihm zum Verhängnis werden.
Daher wäre es sinnvoll, wenn er seine Flughöhe
bis zur Antrittsrede senken würde. (...) Er müsse
abwägen, bevor er seine Anhänger auf eine Reise
zur Sonne mitnimmt", Kurzum: Es ist ein krankes Amerika,
das der neue
US-Präsident erbt."
„Obama habe zwar einen Traum, die Welt verändern
werde er jedoch nicht,
vielleicht sogar noch nicht einmal die USA schreibt die
russische Prawda. „Mächtige Lobbyisten
kontrollieren die Strippen, die wiederum die Marionetten
in Washington kontrollieren. Der neue Präsident werde
schnell lernen, dass der Rest der Welt nicht an einem Raketen-Abwehrschild
in Osteuropa interessiert sei, keine US-Truppen im Irak
sehen möchte und auch nicht einen Wandel der Welt durch
die USA befürworte.
Es ist morgens 8 Uhr, Wiener Ortszeit. Ich binde mir die
Krawatte, blicke in meinen BlackBerry, klicke auf ORF
on und lese: Rot-Schwarz, Einigung auf große
Koalition?
Ich denke Change happens in America.
Peter Sitte
Geschäftsführender Gesellschafter
Wien, 5. November 2008
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