Österreichs E‑Mobilität wächst rasant und damit steigt der Bedarf an Ladeinfrastruktur. BEÖ‑Vorsitzender Andreas Reinhardt wirft einen Blick in die Zukunft.

Die E-Mobilität entwickelt sich in Österreich sehr positiv. Förderprogramme und der starke Ausbau der Ladeinfrastruktur zeigen Wirkung. Für die Menschen wird das Laden einfacher und verlässlicher. Der BEÖ trägt dazu bei, den flächendeckenden Ausbau vorantreiben, auf hohe Qualität zu achten und E-Mobilität als selbstverständlichen Teil des Alltags zu etablieren.

Das Jahr 2025 markierte einen Meilenstein: In der EU wurden erstmals mehr batterieelektrische Fahrzeuge neu zugelassen als klassische Benziner. Dieser strukturelle Wandel zeigt, dass E-Mobilität nicht mehr Zukunftsversprechen, sondern Realität ist, auch in Österreich, wo Förderprogramme wie eMove Austria und der Ausbau der Ladeinfrastruktur sichtbar Wirkung zeigen.

Rund 260.000 elektrisch betriebene Pkw (BEV) sind hierzulande unterwegs, knapp 36.000 öffentliche Ladepunkte machen emissionsfreie Mobilität im Alltag möglich. Die Unternehmen im BEÖ haben in den vergangenen Jahren massiv in das größte zusammenhängende Ladenetz Österreichs investiert und treiben den Ausbau von Schnellladeinfrastruktur weiter voran.

Ladeinfrastruktur dort, wo E-Fahrzeuge stehen. Rund 80 Prozent der Ladevorgänge finden dort statt, wo das E-Auto länger steht, in Garagen, bei Supermärkten oder betrieblichen Parkgaragen. Dort muss Laden einfach möglich sein. Im Mehrgeschoßwohnbau sollten Bauträger verpflichtet werden, ausreichend dimensionierte Hausanschlüsse, Kabelwege und Platz für Verteilschränke von Beginn an mitzudenken. Wer heute baut, muss die E-Mobilität von morgen im Blick haben, sonst schaffen wir neue Bremsklötze statt Lösungen. Foto © com_unit/Alex Halada

Wiens beliebteste E-Ladestation steht direkt beim Burgtheater. Die nächste Ausbaustufe der E-Mobilität wird durch Digitalisierung entschieden. Smart Charging passt den Ladevorgang an die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien und die Netzauslastung an, reduziert Lastspitzen und senkt Kosten. Dynamic Pricing setzt Preissignale, damit dann geladen wird, wenn viel Wind- oder Sonnenstrom im Netz ist. Noch mehr Potenzial bietet bidirektionales Laden: Fahrzeuge werden zu mobilen Speichern, die Strom ins Haus oder ins Netz zurückspeisen und damit die Energiewende unterstützen.

E-Mobilität für alle. 2026 wird zum Prüfstein, ob Österreich seinen Vorsprung bei der Ladeinfrastruktur behaupten und ausbauen kann. Die Zukunft fährt elektrisch! Jetzt liegt es an uns, sie mit mutigen Investitionen und einem verlässlichen Rechtsrahmen schneller Realität werden zu lassen. Andreas Reinhardt ist Vorsitzender des Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ).

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