Der Onlinehandel boomt. Natürlich mit Wellpappe

Der Onlinehandel boomt. Natürlich mit Wellpappe

Umweltfreundliche Verpackungen sind gefragt. Die österreichische Wellpappe-Industrie hat 2018 über 1 Milliarde Quadratmeter Wellpappe abgesetzt – ein Wachstum von 1,5 Prozent gegenüber 2017.

Über zwei Drittel aller in Österreich hergestellten Waren gehen in Wellpappe verpackt auf die Reise. Das macht Wellpappe zur Transportverpackung Nr.1. In vielen Bereichen können faserbasierte Verpackungen sogar eine echte Alternative zu anderen Packstoffen sein und damit die Umweltbilanz erheblich verbessern.

„Wellpappe ist leicht und trotzdem stabil, vielseitig und 100 Prozent biologisch abbaubar“, Max Hölbl, Forum Wellpappe Austria.

Nachwachsender Rohstoff – vollständiges Recycling

Wellpappe ist ein reines Naturprodukt. Für die Herstellung von Wellpappe-Rohpapieren wird kein Baum gefällt, sondern Bruch- und Durchforstungsholz eingesetzt, das bei der Pflege nachhaltig bewirtschafteter, FSC-zertifizierter Wälder anfällt. Dank des funktionierenden Sammel- und Recyclingsystems in Österreich werden gebrauchte Verpackungen vollständig erfasst und der stofflichen Wiederverwertung zugeführt. „Die Recyclingrate von gebrauchter Wellpappe liegt bei 98,8 Prozent“, so Hölbl. Die Papierfasern können bis zu 25 Mal wieder zu Wellpappe verarbeitet werden.

Verpackungen aus Wellpappe schützen Lebensmittel und andere Waren vor Beschädigung und Schmutz, halten Obst und Gemüse bis zu drei Tage länger frisch. Handelsunternehmen profitieren von Verpackungen, die ein einfaches und schnelles Handling im Supermarktregal ermöglichen. „Wellpappe kann heute optimal auf die Präsentation abgestimmt werden. „Mit nur wenigen Handgriffen wird aus einer Transportbox eine attraktive Regalverpackung aus Wellpappe!“.

„Als Shelf-Ready-Packaging leistet Wellpappe einen wichtigen Beitrag für das Markenimage eines Produkts “, Dieter Glawischnig, Forum Wellpappe Austria

Auch Bienen reisen in Wellpappe

Das Startup Hektar Nektar ist ein Marktplatz für Bienen, über den Imker Bienenvölker und Zubehör handeln können. Hektar Nektar hat dazu eine eigene Versandbox aus Wellpappe entwickelt, mit der die Bienen schonend auch über längere Strecken lebend verschickt werden können: Die Bienen bekommen ausreichend Luft, die Logistiker werden nicht gestochen, die Verpackung aus Wellpappe ist einfach zu nutzen, und den Bienen wird nicht zu heiß.

„Die Bienen-Versandbox Papernuc spiegelt den ökologischen Gedanken wieder: sie ist leicht, falt- und transportierbar, wiederverwendbar und zu 100 Prozent recyclebar,“ so Hektar Nektar Gründer Mark Poreda.

Henkel setzt vermehrt auf Wellpappe

Henkel betreibt in Wien eines der europaweit größten Waschmittelwerke im Konzernverbund. Seit 2005 ist hier die Produktion von Marken wie Persil, Silan, Fewa & Cin. auf über 240.000 Tonnen gestiegen. Parallel dazu hat sich auch die Verwendung von Wellpappe auf 24 Millionen Stück verdoppelt. „Wir setzen sie außerdem als Shelf Ready-Verpackung für die Platzierung im Regal und für Promotion-Displays ein“, so Georg Grassl, General Manager Laundry & Home Care Österreich bei Henkel. Im Rahmen der Verpackungsstrategie will Henkel bis 2025 alle seine Verpackungen recycelbar, wiederverwendbar oder kompostierbar machen.

„Wellpappe kommt bei Henkel in Mehrweg- als auch in Einwegform für die Anlieferung unserer Produktionsmittel zum Einsatz“, Georg Grassl, General Manager Henkel Österreich

Nachfrage steigt – Kostendruck bleibt

Die Mitglieder des Forum Wellpappe Austria haben 2018 über eine Milliarde m2 Wellpappe abgesetzt (1.027,7 Mio m2). Das sind 25,1 Millionen  m2 mehr als 2017 und entspricht einem Wachstum von 1,5 Prozent gegenüber 2017. „Maßgeblich für diese Entwicklung sind zum einen das solide Wachstum bei unseren Kunden sowie eine anhaltende Konsumlaune, getrieben durch den Onlinehandel.“ Als nach wie vor herausfordernd erweist sich die Kostensituation: 2017 und zu Beginn 2018 hatten die Preisaufschläge auf Wellpappe-Rohpapiere von bis zu 25 Prozent einen enormen Kostendruck verursacht. Der Jahresumsatz der österreichischen Wellpappe-Industrie stieg 2018 auf insgesamt 564,0 Millionen Euro, das entspricht einem Plus von 8,5 Prozent.

Onlinehandel: Wachstumstreiber Nr. 1

Der Onlinehandel ist und bleibt ein Wachstumstreiber. „Der Anteil für E-Commerce an der Produktion liegt bei zehn Prozent“, so Hölbl. Die größten Abnehmer für Wellpappe-Verpackungen sind die Nahrungs- und Genussmittelindustrie (43,7%), vor den Wellpappe-Verarbeitern (16,2%), gefolgt von Verpackungen für Metallprodukte (14,6%). Trotz einer prognostizierten Abschwächung der Konjunktur für 2019 rechnet Hölbl mit einem solidem Wachstum von zwei Prozent.

Moderne Industrie, attraktive Arbeitsplätze

„Verpackungen aus Wellpappe werden immer mehr gebraucht, daher benötigen wir qualifizierte Mitarbeiter – vom Lehrling bis zum Profi mit Berufserfahrung“, berichtet Dieter Glawischnig. Die österreichische Wellpappe-Industrie beschäftigt knapp 2.000 Mitarbeiter/innen. „Der Nachwuch ist für uns besonders wichtig,“ so Glawischnig. Derzeit werden 71 Jugendliche in verschiedenen Lehrberufen ausgebildet: Von Verpackungstechnik über Betriebslogistik bis hin zu Informatik und kaufmännischen Berufen. Auch ein FH-Studium ist möglich.

Das Forum Wellpappe Austria ist das Sprachrohr der österreichischen Wellpappe-Industrie mit den Mitgliedsfirmen DS Smith Packaging Austria GmbH, Dunapack Mosburger GmbH, Mondi Grünburg GmbH, Rondo Ganahl Aktiengesellschaft, Smurfit Kappa Interwell GmbH & Co. KG und Steirerpack GmbH. www.wellpappe.at

Wellpappe Austria Award 2019

Wie kreativ und konstruktiv Wellpappe heute eingesetzt wird, zeigen Jahr für Jahr die Einreichungen zum Wellpappe Austria Award. „Der Award hat sich als wichtigste Leistungsschau für Innovation und Nachhaltigkeit etabliert“, freut sich Hölbl. Auch dieses Jahr werden wieder herausragende Produktideen aus Wellpappe in sechs Kategorien erwartet. Die Einreichfrist läuft bis 22. Juli 2019. Unterlagen kann man unter hier herunterladen. Die Gewinner sind berechtigt, an den internationalen WorldStar Packaging Awards teilzunehmen.