|   07.04.2026

Ist der Getränkekarton eine nachhaltige Verpackung?

Statistisch gesehen greifen wir rund 100 mal im Jahr zu einem Produkt in einem Getränkekarton. Zum größten Teil besteht die Verpackung aus Zellstoff, der aus dem nachwachsenden, CO2-neutralen Rohstoff Holz hergestellt wird. Pack & Log hat mit Georg Matyk, Geschäftsführer des Vereins Getränkekarton Austria gesprochen.

Getränkekartons sind recyclingfähig, sofern sie in bestehende Sammel‑ und Recycling‑Systeme eingespeist werden. Die Food and Beverage Carton Alliance (FBCA) hat mit RECY:CHECK ein zertifizierbares Verfahren zur Bewertung der Recyclingfähigkeit von Faserverbundverpackungen entwickelt. Foto © Tetra Pak

Wie wird die Nachhaltigkeit von Getränkekartons nachgewiesen?
Georg Matyk: Mit einer umfassenden Methodik und einem klar definierten Zertifizierungsprotokoll. RECY:CHECK prüft, wie die Verpackung in den vier Phasen Sammlung, Sortierung, Aufbereitung und späterer Einsatz in Recyclinganlagen performt und liefert damit eine standardisierte, wissenschaftlich fundierte Einordnung unter Berücksichtigung der EU‑Verpackungsverordnung (PPWR).

Der Getränkekarton gilt als hervorragende aseptische Verpackung. Warum?
Georg Matyk: Weil er hohe Hygiene, lange Haltbarkeit und gleichzeitig guten Produktschutz ohne Kühlung oder Konservierungsstoffe ermöglicht. Der Aufbau aus Papierkern, innenliegender Kunststoffbarriere und Aluminiumschicht sorgt für eine sehr effektive Sauerstoff‑ und Lichtbarriere, wodurch Vitamine, Geschmack und Nährstoffe lange erhalten bleiben. Gleichzeitig ist der Karton leicht, stapelbar und platzsparend, was den Transport und die Lagerung deutlich vereinfacht.

Aseptische Verpackung – was heißt das?
Matyk: Bei einer aseptischen Abfüllung werden Füllgut und Karton unabhängig voneinander sterilisiert und erst in der keimfreien Umgebung zusammengefügt. Dadurch gelangen während der Abfüllung keine schädlichen Mikroorganismen in die Verpackung. Aseptische Kartons erlauben einen ungekühlten Transport über große Distanzen und in unterschiedliche Klimazonen, ohne dass die Kühlkette gehalten werden muss. Das spart Energie und reduziert Lebensmittelabfälle.

Mit der EU Verpackungsverordnung PPWR läuft alles planmäßig?
Matyk: Ja, ab August 2026 müssen Verpackungen nach PPWR recyclingfähig sein. Getränkekartons erreichen bereits heute über 90 Prozent Recyclingquote und passen sich durch Innovationen an: höherer Faseranteil, biobasierte Barrieren statt Aluminium. Das senkt CO₂-Emissionen, ohne Haltbarkeit einbüßen zu lassen. Diese Anpassungen machen den Getränkekarton zukunftssicher. Es gibt allerdings noch einigen Nachholbedarf seitens der EU-Regulatoren bei Begriffsbestimmungen und Harmonisierungen.

Das ausführliche Interview ist im Magazin Pack & Log, Ausgabe April 2026 nachzulesen.

Fotos © com_unit/Hörmandinger und © Tetra Pak, FKN, FBCA.



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