Die österreichische papierverarbeitende Industrie steht zunehmend unter Druck: Kosten, Wettbewerb und Regulierung belasten die Branche. Im Rahmen der PROPAK-Pressekonferenz präsentierte ECO Austria Direktorin Monika Köppl-Turyna eine aktuelle Studie zur Wettbewerbsfähigkeit.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Wettbewerbsposition n wichtigen Exportmärkten verschlechtert hat und der Standort Österreich an Attraktivität verliert. Nei der Pressekonferenz: Martin Widermann, PROPAK-Geschäftsführer, Monika Köppl-Turyna, Direktorin Eco Austria, Marko Bill Schuster, Obmann des Fachverbands PROPAK und Arnold Tautermann-Bichler, stellvertretender Obmann.

Die Lohnstückkosten sind zwischen 2017 und 2025 um 37 Prozent gestiegen – deutlich stärker als im Euroraum. Gleichzeitig verliert Österreich in wichtigen Exportmärkten wie Deutschland Marktanteile an günstigere Wettbewerber aus Polen, China und Italien.

„Die scheinbar stabile Lage darf nicht darüber hinwegtäugen, dass unsere Unternehmen wirtschaftlich zunehmend unter Druck geraten,“ sagt Marko Bill Schuster, Obmann des Fachverbandes PROPAK.

Monika Köppl-Turyna, Direktorin von ECO Austria: „Österreich muss bei den Standortbedingungen gegensteuern, damit die preisliche Wettbewerbsfähigkeit auf den Exportmärkten nicht schrittweise erodiert.“ Besonders Wettbewerber aus Polen profitierten laut Studie von niedrigeren Lohnstückkosten, gut verfügbaren Fachkräften, höherem Produktivitätswachstum und Investitionen in moderne Produktionsanlagen.

Der Produktionswert der 83 PROPAK-Mitgliedsbetriebe sank 2025 um drei Prozent auf 2,23 Milliarden Euro. Mengenmäßig blieb der Rückgang moderat (−1,2 Prozent), doch besonders Non-Packaging-Produkte waren betroffen (−4,4 Prozent). Rund 80 Prozent der Produkte werden exportiert – auch hier gab es ein leichtes Minus von 0,4 Prozent. Trotz des angespannten Umfelds blieb die Beschäftigung relativ stabil, die Zahl der Lehrlinge sogar um 2,6 Prozent höher.

„Papier, Karton und Wellpappe sind erneuerbare und hoch recyclingfähige Materialien, die schon heute einen wesentlichen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten“, sagt Martin Wiedermann, Geschäftsführer PROPAK. „Aber die stark gestiegene Regulierungsdichte belastet die Betriebe zunehmend, bremst Innovationen und bindet Investitionen.“

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